Rademachers deutsches biographisches Archiv 1871-1945


Oberg, Carl Albrecht, geb. am 27. Januar 1897 in Hamburg, Kaufmann in Hamburg (Tabakkiosk u. a.), Teilnahme am 1. Weltkrieg, dann bis 1921 Freikorpsmitglied, 1931 Eintritt in die NSDAP, 1932 Eintritt in die SS, Jan. 1939 Polizeipräsident in Zwickau, Sept. 1941 SS- und Polizeiführer im Generalgouvernement (im Bezirk Radom beteiligt an Massenmorden an Juden), Mai 1942 Höherer SS- und Polizeiführer in Frankreich, dort verantwortlich für die Deportation von 70.000 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und für Vergeltungsmaßnahmen gegen die französische 'Résistance', Okt. 1954 in Paris zum Tode verurteilt, 1958 Umwandlung der Todesstrafe in lebenslängliche Haft, 1959 Reduzierung auf 20 Jahre Haft, 1962 nach Begnadigung durch Präsident de Gaulle Rückkehr in die BRD, dort 1965 verstorben.
Literatur: Birn, S.341 Dienstkalender Himmler, S. 706

Obermayr, Franz Xaver, geb. am 15. 11. 1817 in Gloneck, kath., Pfarrer und Geistlicher Rat in Feichten, März 1871 - Jan. 1874 MdR (Zentrum), verst. am März 1891 in Feichten.
Literatur: Schwarz 1965, S. 414.

Ortlepp, Walter, geb. am 9. 7. 1900 in Gotha, Sept. 1923 Eintritt in die NSDAP, 1. 7. 1930 Regierungsrat und Leiter der Landespolizeistelle bei der Polizeidirektion Weimar, 1931 Eintritt in die SS, 1932 Polizeidirektor in Weimar, 1933 SS-Standartenführer, April 1933 Polizeipräsident von Weimar, Juli 1933 pers. Referent des Reichsstatthalters von Thüringen, Nov. 1933 MdR, 1. 2. 1936 Leiter des Thüringischen Innenministeriums, 20. 4. 1936 Ernennung zum Staatssekretär, 1943 SS-Brigadeführer und Landesführer IX des Deutschen Rotes Kreuzes.
Literatur: Stockhorst, S. 314

Otto, Helmut, Dr. Dr., geb. am 15. 3. 1892 in Antwerpen, Arzt, 1915-1918 Teilnahme am 1. Weltkrieg, 1919-1921 Freikorps-Mitglied (Einsatz gegen Spartakus-Bund und im Ruhrkampf), 1. 2. 1931 Eintritt in die NSDAP, Aug.-Nov. 1932 Ortsgruppenleiter Solingen-Nord (Gau Düsseldorf), 1. 12. 1932 - 31. 12. 1935 NSDAP-Kreisleiter Solingen (Gau Düsseldorf), 1933 Fraktionsführer der NSDAP-Stadtverordneten in Solingen, Sommer 1933 Einberufung zur Reichsführerschule Bernau, März 1933 Mitglied des Rheinischen Provinziallandtages, 18. 7. 1935 als Kreisleiter Mitarbeiter im Gauamt für Kommunalpolitik bei der Gauleitung Düsseldorf, 10. 3. 1933 geschäftsführender Oberbürgermeister Solingen, 3. 4. 1933 kommissarischer Oberbürgermeister Solingen, 8. 9. 1937 Oberbürgermeister von Solingen, 1. 12. 1937 - 1. 10. 1939 zugleich Wahrnehmung der Geschäfte des Oberbürgermeisters von Düsseldorf, Sept./Okt. 1939 Stadtkommissar von Warschau, 13. 6. 1940 - 1944 leitender Sanitätsarzt bei Oberbefehlskommandantur Brüssel, 1944 - 2. 5. 1945 Oberstabsarzt in Hamburg, ferner Beisitzer für den Kreisuntersuchungs- und Schlichtungsausschuss Solingen, 1945-1948 Internierungshaft, verst. am 1. 7. 1974 in Waldbröl.
Literatur: Klefisch, S. 185-187.


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