Rademachers deutsches biographisches Archiv 1871-1945

Personen Ha    Personen He    Personen Hey    Personen Hoh

Heydebrand und der Lasa, Ernst von, geb. am 20. 2. 1851 in Gollkowe, ev., Gutsbesitzer in Klein-Tschunkawe/Kreis Militsch, 1888 Mitglied des pr. Abgeordneten-Haus, Juni 1903 - Nov. 1918 MdR (Konservative Partei), verst. am 15. 11. 1924 in Klein-Tschunkawe.
Literatur: Schwarz 1965, S. 346 f.

Heydebreck, Georg Christian Friedrich von, geb. am 28. 1. 1765 in Parsow, 1808 Kammerdirektor in Stettin, 1810 Staatsrat in der Gewerbesektion, 1815 - 1824 Oberpräsident der preuß. Provinz Brandenburg, verst. am 25. 8. 1828 in Dobberan.
Literatur: Schwabe, S. 284.

Heydemann, Karl, geb. am 13. 3. 1845 in Waren/Mecklenburg, Landgerichtsrat in Güstrow, Okt. 1881 - Okt. 1884 MdR (Nationalliberale Partei), verst. am 28. 10. 1904 in Rostock.
Literatur: Schwarz 1965, S. 347.

Heydenreich, Ludwig, geb. am 24. 9. 1822 in Speyer, ev., Jurist in Speyer, März 1871 - Januar 1874 MdR (Nationalliberale Partei), verst. am 11. 1. 1889 in Speyer.
Literatur: Schwarz 1965, S. 347.

Heydrich, Reinhard, geb. am 7. 3. 1904 in Halle, 1928 Oberleutnant der Marine, 1931 Verabschiedung aus der Marine wegen Unwürdigkeit (gebrochenes Eheversprechen), Juli 1932 Chef des Nachrichtendienstes der SS, Juni 1936 Chef der Sicherheitspolizei (d. h. Kripo und Gestapo)und des SD, 27. 9. 1941 - 30. 5. 1942 stellv. Reichsprotektor für Böhmen und Mähren (Befriedung des Gebietes durch leistungsgerechte Bezahlung und verbesserte Lebensmittelversorgung), 20. 1. 1942 Leiter der Wannsee-Konferenz in Berlin (betr. 'Endlösung der Judenfrage'). Da die tschechische Bevölkerung aufgrund von Heydrichs Politik wenig Widerstandswille gegen die deutsche Besatzung zeigte, ließ die tschechische Exilregierung am 27. 5. 1942 mittels Agenten einen Anschlag auf Heydrich verüben, der massive Vergeltungsmaßnahmen der Deutschen provozieren sollte, die dann wiederum den tschechischen Widerstandswillen anstacheln sollten. Mit dem Massaker von Lidice am 9. 6. 1942 ('Ausradierung' eines ganzen Dorfes mit fast 200 Toten) durch die SS ging die Rechnung der Exilregierung auf. Heydrich verstarb am 4. 6. 1942 an den Folgen des Anschlags. Anmerkung: geriet wegen zufälliger Namensgleichheit mit einem jüdischen Musiker unbegründet zeitweise in den Verdacht jüdischer Abstammung (durch Untersuchung seitens der SS ausgeräumt).
Literatur: Deschner, Günther: Reinhard Heydrich. Statthalter der totalen Macht. Esslingen am Neckar, 1977.

Heydt, August Freiherr von der, geb. am 15. 2. 1801 in Elberfeld, Bankier in Berlin, 1848 - 1862 und 1866 - 1869 Finanzminister Preußen, verst. am 13. 6. 1874 in Berlin.
Literatur: Schwarz 1965, S. 347.

Heyl, Karl, geb. am 6. 9. 1812 in St. Johann/Kreis Saarlouis, Justizrat, Amtsgerichtsrat in St. Johann, Feb. 1867 - März 1871 MdR (Freie Vereinigung), verst. am 17. 11. 1893 in St. Johann.
Literatur: Schwarz 1965, S. 347.

Heyl zu Herrnsheim, Cornelius Wilhelm Freiherr von, geb. am 10. 2. 1843 in Worms, Dr. h.c., Fabrikant in Worms, Mitglied und Präsident der I. hessischen Abgeordneten-Kammer, MdR Jan. 1874 - Juli 1878, 30. 11. 1879 - Okt. 1881 und Juni 1893 bis Nov. 1918 (Nationalliberale Partei, zuletzt bei keiner Fraktion, verst. am 15. 9. 1923 in Pfannenmoos/Sankt Gallen.
Literatur: Schwarz 1965, S. 347.

Heyligenstaedt, Louis Paul Kasimir, geb. am 3. 2. 1842 in Vacha, ev., Maschinenfabrikant in Gießen, Juni 1903 - Januar 1907 MdR (Nationalliberale Partei), verst. am 20. 11. 1910 in Gießen.
Literatur: Schwarz 1965, S. 347.

Heyse, Walter, geb. am 17. 6. 1902 in Paschkerwitz, Diplom-Volkswirt, 1923 Eintritt in die NSDAP, ab 1929 hauptamtlich für die NSDAP tätig, 1933 MdL Hessen, Mai 1933 stellv. Gauleiter Gau Hessen-Nassau, 1. 6. 1933 persönlicher Adjutant des Reichsstatthalters von Hessen, Nov. 1933 MdR, 1934 vortragender Adjutant des Gauleiters Hessen-Nassau und Leiter der Gauinspektion Hessen-Nassau, 1936-1940 Gaupersonalamtsleiter Gau Hessen-Nassau, ferner Gauverbandsleiter Hessen-Nassau des NS-Altherrenbundes der Deutschen Studenten, im 2. Weltkrieg nach Verwundung Reichsleiter der NSDAP und Landrat in Usingen, (1941) mit der Leitung des NSDAP-Kreises Oberlahn-Usingen (Gau Hessen-Nassau) beauftragt.
Literatur: Stockhorst, S. 196

Hierl, Konstantin, geb. am 24. 2. 1875 in Parsberg/Oberpfalz, Oberst a. D., 1893 Eintritt in das XI. Bayerische Infanterie-Regiment 'Von der Tann', 1904 Lehrer an der Kriegsakademie und Mitglied des Bayerischen Generalstabes, 1907 Mitglied des Preußischen Generalstabes, 1919-1924 beschäftigt im Reichswehrministerium, 1927 Eintritt in die NSDAP, 1929 Organisationsleiter II in der Reichsleitung der NSDAP in München, MdR Sept. 1930 - 1945, 2. 1. 1933 Parteiamtlicher Beauftragter des Führers für den Arbeitsdienst, März 1933 Staatssekretär für den freiwilligen Arbeitsdienst (FAD) im Reichsarbeitsministerium, 3. 7. 1934 Reichskommissar für den FAD, 1. 10. 1935 Reichsarbeitsführer, 10. 9. 1936 Ernennung zum Reichsleiter der NSDAP, 25. 8. 1943 Verleihung von Titel, Rang und Befugnissen eines Reichsministers, verst. am 23. 9. 1955 in Heidelberg.
Literatur: Stockhorst, S. 197

Hierl, Michael, geb. am 25. 9. 1868 in Oberschleißheim, Gewerkschaftssekretär in Schwabach, 1908 - 1918 Mdl Bayern (SPD-Fraktion), Jan. 1919 - Juni 1920 MdR (SPD-Fraktion), verst. am 30. 7. 1933 in Schwabach.
Literatur: Schwarz 1965, S. 348.

Hilbck, Georg Friedrich Alexander, geb. am 17. 12. 1841 in Lippstadt, Bergwerksdirektor in Dortmund, 1903 - 1908 Mitglied des pr. Abgeordnetenhaus (Nationalliberale Partei), verst. am 15. 9. 1908 in Dortmund.
Literatur: Schwarz 1965, S. 348.

Hildebrand, Robert, geb. am 22. 5. 1830 in Köslin, ev., Landgerichtsrat in Köslin, Feb. 1887 - Feb. 1890 MdR (fraktionsloser Liberaler), verst. im Sept. 1896 in Köslin.
Literatur: Schwarz 1965, S. 348.

Hilgers, Franz Jakob Freiherr von, geb. am 27. 1. 1810, kath., Landrat in Bamberg, Feb. 1867 - 23. 11. 1870 MdR (Freie Vereinigung/Fortschrittspartei), verst. am 9. 2. 1877 in Bamberg.
Literatur: Schwarz 1965, S. 348.

Hindenburg, Paul von Beneckendorff und von Hindenburg, geb. am 2. 10. 1847 in Posen, 1859 Aufnahme ins Kadettenhaus, 1866 Leutnant im 3. Garderegiment, 1870 - 1871 Adjutant im deutsch-französischen Krieg, 1887 Abkommandierung zum Großen Generalstab, 1888 Lehrer der Taktik an der Kriegsakademie, 1889 Chef der Infanterieabteilung im Kriegsministerium, 1893 Regiments-Kommandant in Oldenburg, 1896 Stabschef des VIII. Armeekorps in Koblenz, 1900 Generalleutnant und Divisionskommandeur in Karlsruhe, 1903 kommandierender General des IV. Armeekorps in Magdeburg, 1911 zur Disposition gestellt (Ruhestand in Hannover), 22. 8. 1914 Oberbefehlshaber der 8. Armee, 1. 11. 1914 Oberbefehlshaber der deutschen Ost-Front, 27. 11. 1914 Generalfeldmarschall, 1916 Chef der Obersten Heeresleitung, 12. 5. 1925 Reichspräsident (1932 wiedergewählt), verst. am 2. 8. 1934 in Neudeck.
Literatur: Biographisches Wörterbuch z. dt. Geschichte, Sp.

Hinterwinkler, Georg, geb. am 31. 1. 1857 in Untereschelbach, kath., Stadtpfarrer in Plattling (Kreis Deggendorf), 1899 Mitglied d. bayr. Abgeordnetenkammer, Juni 1903 - Jan. 1912 MdR (Zentrum), verst. am 14. 8. 1915 in Straubing.
Literatur: Schwarz 1965, S. 349.

Hinze, Hugo, geb. am 1. 11. 1839 in Brieg, ev., Major a. D. in Berlin, Okt. 1884 - Feb. 1887 und Feb. 1890 - Juni 1893 MdR (Deutsche Freisinnige Partei), verst. am 25. 9. 1906 in Wiesbaden.
Literatur: Schwarz 1965, S. 349.

Hirsch, Max, Dr. phil., geb. am 30. 12. 1832 in Halberstadt, Schriftsteller in Berlin, Mitbegründer der Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften, MdR 12. 4. 1869 - März 1871, Jan. 1877 - Juli 1878, Okt. 1881 - Okt. 1884 (Fortschrittspartei) und wieder Feb. 1890 - Juni 1893 (Deutsche Freisinnige Partei), verst. am 26. 6. 1905 in Bad Homburg (Obertaunuskreis).
Literatur: Schwarz 1965, S. 349.

Hirsch, Wilhelm, geb. am 22. 8. 1861 in Goslar, Handelskammersyndikus in Essen, 1901 Mitglied d. pr. Abgeordnetenhaus, 19. 1. 1916 - 1. 10. 1918 MdR (Nationalliberale Partei), verst. am 1. 10. 1918 in Essen.
Literatur: Schwarz 1965, S. 349 f.

Hirschberg, Carl Richard, geb. am 11. 11. 1820 in Leipzig, ev., Jurist, Bürgermeister in Meißen, März 1871 - Jan. 1874 MdR (Liberale Reichspartei), verst. 1886.
Literatur: Schwarz 1965, S. 350.

Hirschberg, Johann, geb. am 12. 2. 1847 in Bischofsburg (Kreis Rössel), kath., Erzpriester in Wartenburg (Kreis Allenstein), verst. am 19. 12. 1910 in Wartenburg.
Literatur: Schwarz 1965, S. 350.

Hitler, Adolf, geb. am 20. 4. 1889 in Braunau/Inn, 1905 Abbruch der Schulausbildung, 1907-1913 'Kunstmaler' in Wien (2 erfolglose Bewerbungen an der Wiener Kunstakademie), 1913-1914 'Kunstmaler' in München, 1914 - 1919 Heeresdienst bei der bayer.-dt. Armee, Mai 1919 Redner der Reichswehr gegen revolutionäre Tendenzen bei Soldaten, verfasste zu dieser Zeit sein erstes bekanntes antijüdisches Pamphlet, 12. 9. 1919 Besuch einer Veranstaltung der DAP, kurz darauf Beitritt zur Partei, Feb. 1920 Umbenennung der DAP in NSDAP, Juli 1921 Führer der NSDAP (Beginn des Führerkults), 8./ 9. 11. 1923 Hitler-Putsch in München, Dez. 1924 Ende der Festungshaft, Feb. 1925 Neugründung der NSDAP, 1932 Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch einen fiktiven Posten als Regierungsrat in Braunschweig (Hitler bis 1925 Österreicher, 1925-1932 staatenlos, deutsche Staatsangehörigkeit war Voraussetzung für Hitlers Kandidatur zum Reichspräsidenten im März 1932), 30. 1. 1933 Reichskanzler, MdR Mrz. 1933 - 1945, 29. 4. 1945 Heirat mit Eva Braun, verst. am 30. 4. 1945 in Berlin (Selbstmord).
Literatur: Fest, Joachim: Hitler. Frankfurt a. Main, 1973.

Hobrecht, Artur, geb. am 14. 8. 1824 in Kobierczyn, Geheimrat in Berlin, 1863 Oberbürgermeister von Breslau, 1872 Oberbürgermeister von Berlin, 1878 preußischer Finanzminister, 1880 Mitglied d. pr. Abgeordnetenhauses, Okt. 1881 - Okt. 1884 und 20. 10. 1886 - Feb. 1890 MdR (Nationalliberale Partei), verst. am 7. 7. 1912 in Berlin.
Literatur: Schwarz 1965, S. 350.

Hoch, Gustav, geb. am 10. 1. 1862 in Neubrück, Schriftsteller in Hanau/M., Juni 1898 - Juni 1903, Jan. 1907 - Nov. 1918, Jan. 1919 - Mai 1928 MdR (SPD), Juni - Dez. 1933 und 21. 7. - 4. 10. 1942 in KZ-Haft, verst. am 4. 10. 1942 im KZ Theresienstadt.
Literatur: Schwarz 1965, S. 350.

Hodenberg, Hermann Freiherr von, geb. am 27. 1. 1862 in Den Haag, ev., Rittergutsbesitzer in Ribbesbüttel, Juni 1893 - Juni 1907 MdR (Deutsch-Hannoversche Partei), verst. am 24. 2. 1946 in Celle.
Literatur: Schwarz 1965, S. 350.

Hofer, Franz, geb. am 27. 11. 1902 in Bad Gastein, Kaufmann, 15. 9. 1931 Eintritt in die NSDAP, 1. 4. 1932 Kreisleiter der NSDAP, 1. 7. 1932 stellv. Gauleiter der NSDAP, 1. 11. 1932 Gauleiter der NSDAP, 1933 in Österreich wegen polit. Betätigung zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt (nach 3 Monaten geflüchtet), 1937 Leiter der Politischen Leiter- und Mitgliedersammelstelle in Berlin, 1938 MdR, 24. 5. 1938 - 1945 Gauleiter und Reichsstatthalter Reichsgau Tirol-Vorarlberg, ferner NSKK-Obergruppenführer, verst. 1977 in Mülheim/Ruhr.
Literatur: Höffkes, S. 143 - 146

Hoffmann, Hermann Theodor, geb. 1836 in Adlig Lauth, Studium der Rechtswissenschaften, 1866 Stadtkämmerer in Stettin, 1872 Stadtkämmerer in Königsberg/Ostpreußen, 1893 - 1902 Oberbürgermeister der Stadt Königsberg, verst. 1902 in Königsberg/Ostpreußen
Literatur: Robert Albinus: Lexikon der Stadt Königsberg Pr. und Umgebung. Leer, 2. erw. Aufl. 1985, S. 130.

Hofmann, Hans Georg, geb. am 26. 9. 1873 in Hof/Bayern, Oberst a. D. in Ingolstadt, Juli 1931 Führer der SA-Gruppe Bayern, MdR Juli 1932 - Jan. 1941, Jan. 1934 Inspekteur der SA-Gruppe Süd/Ost, bis Juni 1934 Regierungspräsident von Ober- und Mittelfranken, Juli 1934 Staatssekretär beim Reichsstatthalter in Bayern, ferner SA-Obergruppenführer in Ansbach, verst. am 31. 1. 1942 in München.
Literatur: Stockhorst, S. 205


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