Stadtkreis Stargard
(Stadtkreis ab 1901, vorher Stadt im Kreis Saatzig)

Zugehörigkeit staatlich: Land Preußen, Provinz Pommern, Regierungsbezirk Stettin
Zuständ. Justiz (1894): Amtsgericht Stargard, Landgericht Stargard, Oberlandesgericht Stettin
Zuständ. Finanzamt (1927): Finanzamt Stargard, Landesfinanzamt Stettin
Zuständ. Gau 1933-1945: Pommern
Zuständ. Militärdienst 1885: II. Armeekorps
Zugehörigkeit ev. Kirche: Evangelische Kirche der altpreußischen Union, Kirchenprovinz Pommern
Zugehörigkeit kath. Kirche: Bistum Berlin


Stadtbeschreibung Stargard in Pommern nach Neumann 1894:
Stadt im Kreis Saatzig, gelegen an der Ihna; Standort 1 Reg.-Inf. Nr. 9; Bahnhof der Linien Berlin-Zoppot und Posen-Stargard der Preußischen Staatsbahn sowie der Eisenbahn Stargard-Küstrin; Reichsbanknebenstelle, Vorschussverein, Landratsamt für Kreis Saatzig; Land-, Schwur- und Amtsgericht, Landschaftsdepartement-Direktion, Hauptsteueramt, 3 evangelische Pfarrkirchen, 1 katholische Pfarrkirche, Bethaus der Irvingianer, Synagoge, Gymnasium, Realprogymnasium, Waisenhaus, Rathaus, Zentralgefängnis, Eisenbahnwerkstätte, Eisengießereien, Maschinenfabriken, 3 Dampfsägemühlen; Fabrikation von Dachpappe, Schuhwaren, Lackwaren, Filzwaren, Bürsten, Zigarren, Seife, Watte; Bildhauerei, Gerberei, Feilenhauerei, Dampfschleiferei, Ölraffinerie, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei, Ackerbau, Gartenbau, Viehzucht, Bienenzucht, große Viehmärkte. Geschichte: Stargard wurde 1229 Stadt und trat 1524 der Reformation bei.

Besonderheiten nach dem Ortsbuch 1927:
Landratsamt des Landkreises Saatzig, Eisenbahnbetriebsamt, Maschinenamt, Verkehrsamt, IR 4 I, Gymnasium, Oberrealschule, Lyzeum, Reichsbanknebenstelle, Hauptzollamt.

Einwohner Stadtkreis Stargard
20.173 (1875)
21.816 (1880)
22.112 (1885)
23.785 (1890), davon 1.222 Katholiken, 583 Juden
27.551 (1910), davon 25.623 Evangelische, 1.136 Katholiken
32.545 (1925), davon 30.919 Evangelische,    960 Katholiken,   52 sonstige Christen, 297 Juden
35.804 (1933), davon 34.089 Evangelische, 1.041 Katholiken,     9 sonstige Christen, 251 Juden
37.762 (1939), davon 35.121 Evangelische, 1.211 Katholiken, 365 sonstige Christen,   79 Juden

Die Reichstagswahlen vom
im Stadtkreis Stargard i. Pommern
5. 3. 1933
Abgegebene gültige Stimmen insgesamt21.180
NSDAP12.432
SPD2.591
KPD2.406
Zentrum296
DNVP (Kampffront Schwarz-weiß-rot)2.650
DVP - Deutsche Volkspartei288
Christlich-sozialer Volksdienst272
Deutsche Bauernpartei2
Deutsch-Hannoversche Partei-
DDP (Deutsche Staatspartei)236
Andere Parteien7



Quellen:

Neumanns Orts-Lexikon des Deutschen Reichs. Ein geographisch-statistisches Nachschlagebuch für deutsche Landeskunde. Dritte, neu bearbeitete und vermehrte Auflage von Wilhelm Keil. Leipzig, 1894.

Das Ortsbuch für das Deutsche Reich. Herausgegeben in Verbindung mit der Deutschen Reichsbahn und Deutschen Reichspost. Berlin, 1927.

Statistik des Deutschen Reichs. Alte Folge, Band 57: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. Dez. 1880. Berlin, 1883.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 32: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. Dez. 1885. Berlin, 1888.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 401: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 16. Juni 1925. Heft 1: Die Bevölkerung im Deutschen Reich nach den Ergebnissen der Volkszählung 1925. Teil I: Einführung in die Volkszählung 1925. Tabellenwerk. Berlin, 1928.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 434: Die Wahlen zum Reichstag am 31. Juli und 6. November 1932 und am 5. März 1933. Berlin, 1935.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Teil I: Altreich und Land Österreich. Berlin, 1939.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 451: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 16. Juni 1933. Heft 3: Die Bevölkerung des Deutschen Reichs nach der Religionszugehörigkeit. Berlin, 1936.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 550: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin, 1940.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 552: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 17. Mai 1939.
Heft 3: Die Bevölkerung des Deutschen Reichs nach der Religionszugehörigkeit. Berlin, 1942.
Heft 4: Die Juden und jüdischen Mischlinge im Deutschen Reich. Berlin, 1944.


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