Landkreis Malmedy

Zugehörigkeit staatlich: Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Aachen (1920 - 1940 Belgien)
Zuständ. Justiz (1894):
1) Amtsgericht Malmedy, Landgericht Aachen, Oberlandesgericht Köln
2) Amtsgericht St. Vith, Landgericht Aachen, Oberlandesgericht Köln
Zuständ. Militärdienst (1885): VIII. Armeekorps
Zuständ. Gau 1933 - 1945: Köln-Aachen
Zugehörigkeit kath. Kirche: Bistum Aachen


Einwohner Landkreis Malmedy
30.527 (1890), davon 247 Evangelische, 13 Juden
31.502 (1900), davon 421 Evangelische, 31.070 Katholiken
34.768 (1910), davon 561 Evangelische, 34.193 Katholiken
37.224 (1930)

Die Gemeinden des Landkreises Malmedy:

1. Amel (= Amel auf der Eifel):
(1894 Amtsgericht St. Vith, Post Amel;
Besonderheiten 1894: Bahnhof der Linie München-Gladbach-Stolberg der Preußischen Staatsbahn; Bürgermeisterei, katholische Pfarrkirche)
   336 Einwohner (1885)
1.616 Einwohner (1930)

2. Bellevaux-Ligneuville:
(1894 Amtsgericht und Post Malmedy;
Besonderheiten 1894: Bürgermeisterei, katholische Pfarrkirche)
   546 Einwohner (1885)
1.062 Einwohner (1930)

3. Beverce:
1.669 Einwohner (1930)

4. Büllingen:
(1894 Amtsgericht Malmedy, Post Büllingen;
Besonderheiten 1894: Bürgermeisterei, katholische Pfarrkirche, Gerberei, Handel mit Preißelbeeren und Kramtsvögeln)
   487 Einwohner (1885)
1.972 Einwohner (1930)

5. Bütgenbach:
(1894 Amtsgericht Malmedy, Post Bütgenbach;
Besonderheiten 1894: Bahnhof der Linie Rote Erde - Lommersweiler der Preußischen Staatsbahn, Bürgermeisterei, katholische Pfarrkirche)
   546 Einwohner (1885)
2.153 Einwohner (1930)

6. Burg Reuland (= Reuland):
(1894 Amtsgericht Sankt Vith, Post Burgreuland;
Besonderheiten 1894: Bürgermeisterei, katholische Pfarrkirche, Sandsteinbruch)
2.216 Einwohner (1875)
2.203 Einwohner (1880)
   190 Einwohner (1885) (?!)
2.175 Einwohner (1905)
2.215 Einwohner (1910)
2.246 Einwohner (1930)

7. Elsenborn:
(1894 Amtsgericht Malmedy, Post Kalterherberg;
Besonderheiten 1894: katholische Pfarrkirche)
   689 Einwohner (1885)
1.608 Einwohner (1930)

8. Faymonville:
(1894 Amtsgericht Malmedy, Post Weismes)
456 Einwohner (1885)
608 Einwohner (1930)

9. Heppenbach:
(1894 Amtsgericht Sankt Vith, Post Amel;
Besonderheiten 1894: katholische Pfarrkirche)
   479 Einwohner (1885)
1.041 Einwohner (1930)

10. Krombach:
(1894 Amtsgericht und Post Sankt Vith;
Besonderheiten 1894: Bürgermeisterei)
   237 Einwohner (1885)
1.812 Einwohner (1930)

11. Lommersweiler:
(1894 Amtsgericht und Post Sankt Vith;
Besonderheiten 1894: Bahnhof der Linien Rote Erde - Lommersweiler und Gerolstein-Lommersweiler der Preußischen Staatsbahn, Bürgermeisterei, katholische Pfarrkirche)
1.067 Einwohner (1885)
1.265 Einwohner (1930)

12. Malmedy, Stadt:
(1894 Amtsgericht und Post Malmedy;
Geschichte: 675-1801 reichsunmittelbare Benediktiner-Mönchsabtei;
Besonderheiten 1894: Bahnhof der Linie Weismes-Malmedy der Preußischen Staatsbahn, Landratsamt, Amtsgericht, Hauptzollamt, Gemeinde-Oberförsterei, 1 evangelische und 2 katholische Kirchen, Progymnasium, sehr bedeutende Lederfabrikation (Sohlleder); Fabriken für Tierhaarreinigung, Domino, Holzstoffe, Papier, Kittel und Leim; Blaufärberei; zur Stadtgemeinde gehören mehrere Dörfer, darunter Xhoffraix mit 400 Einwohnern und eigener katholischer Pfarrkirche. In der nächsten Umgebung der Stadt drei kräftige alkalisch-erdige Eisenquellen)
5.671 Einwohner (1875)
5.978 Einwohner (1880)
4.447 Einwohner (1890), davon 87 Evangelische (überwiegend französisch-wallonische Bevölkerung)
4.833 Einwohner (1905)
4.992 Einwohner (1910)
5.321 Einwohner (1930)

13. Manderfeld:
(1894 Amtsgericht Sankt Vith, Post Manderfeld;
Besonderheiten 1894: katholische Pfarrkirche)
1.423 Einwohner (1885)
1.292 Einwohner (1930)

14. Meyerode:
(1894 Amtsgericht und Post Sankt Vith;
Besonderheiten 1894: Bürgermeisterei, katholische Pfarrkirche)
   230 Einwohner (1885)
1.139 Einwohner (1930)

15. Recht:
(1894 Amtsgericht Sankt Vith, Post Recht;
Besonderheiten 1894: Bürgermeisterei, katholische Pfarrkirche)
1.280 Einwohner (1885)
1.445 Einwohner (1930)

16. Robertville:
(1894 Amtsgericht Malmedy, Post Sourbrodt;
Besonderheiten 1894: katholische Pfarrkirche, Schloßruine Reinhardstein auf steilem Felsen)
   346 Einwohner (1885)
1.646 Einwohner (1930)

17. Rocherath:
(1894 Amtsgericht Malmedy, Post Rocherath;
Besonderheiten 1894: katholische Pfarrkirche;
   433 Einwohner (1885)
1.390 Einwohner (1930)

18. Sankt Vith, Stadt:
(1894 Amtsgericht und Post Sankt Vith;
Besonderheiten 1894: Bahnhof der Linie Rothe Erde-Ulflingen der Preußischen Staatsbahn, katholische Pfarrkirche, ansehnliche Gerberei (Sohlleder))
1.815 Einwohner (1885)
2.180 Einwohner (1905)
2.241 Einwohner (1910)
2.524 Einwohner (1930)

19. Schönberg (Schönberg auf der Eifel):
(1894 Amtsgericht St. Vith, Post Schönberg;
Besonderheiten 1894: Bürgermeisterei, katholische Pfarrkirche)
925 Einwohner (1885)
779 Einwohner (1930)

Sourbrodt, Dorf:
(1894 Amtsgericht Malmedy, Post Sourbrodt;
Besonderheiten 1894: Bahnhof der Linie Rothe Erde-Ulflingen der Preußischen Staatsbahn, katholische Pfarrkirche)
490 Einwohner (1885)

20. Thommen:
(1894 Amtsgericht und Post Sankt Vith;
Besonderheiten 1894: katholische Pfarrkirche)
2.041 Einwohner (1875)
2.076 Einwohner (1880)
2.048 Einwohner (1890)
2.155 Einwohner (1905)
2.235 Einwohner (1910)
2.246 Einwohner (1930)

21. Weismes:
(1894 Amtsgericht Malmedy, Post Weismes;
Besonderheiten 1894: Bahnhof der Linien Rothe Erde-Ulflingen und Weismes-Malmedy der Preußischen Staatsbahn, Bürgermeisterei, katholische Pfarrkirche, Strohhutfabrikation, Sandstein- und Schieferbrüche)
   616 Einwohner (1885)
2.161 Einwohner (1905)
2.260 Einwohner (1910)
2.390 Einwohner (1930)



Quellen:

Neumanns Orts-Lexikon des Deutschen Reichs. Ein geographisch-statistisches Nachschlagebuch für deutsche Landeskunde. Dritte, neu bearbeitete und vermehrte Auflage von Wilhelm Keil. Leipzig, 1894.

Statistik des Deutschen Reichs. Alte Folge, Band 57: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. Dez. 1880. Berlin, 1883.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 150: Die Volkszählung am 1. Dez. 1900 im Deutschen Reich. Berlin, 1903.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 240: Die Volkszählung im Deutschen Reiche am 1. 12. 1910. Berlin, 1915.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 550: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin, 1940.


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