Landkreis Lüben (poln. Lubin)

Zugehörigkeit staatlich: Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Liegnitz
Zuständ. Justiz (1894): Amtsgericht Lüben, Landgericht Liegnitz, Oberlandesgericht Breslau
Zuständ. Finanzamt (1927): Finanzamt Lüben, Landesfinanzamt Breslau
Zuständ. Gau 1933-1945: bis 1941 Schlesien, ab 1941 Gau Niederschlesien
Zuständ. Militärdienst (1885): V. Armeekorps
Zugehörigkeit ev. Kirche: Evangelische Kirche der altpreußischen Union, Kirchenprovinz Schlesien
Zugehörigkeit kath. Kirche: Bistum Breslau


Landrat:
1868-1876 Julius von Rother
1876-1886 Louis von Uechtritz
1886-1899 Johann N. M. L. von Dallwitz
1900-1906 Georg Freiherr von Tschammer und Quaritz
1906-1915 E. O. F. Wilhelm von Lieres und Wilkau
1916-1919 von Lucke
1919-1933 Hermann Freiherr von Stosch
1933-1942 K. August Pfeiffer (Kreisleiter der NSDAP)
1942 Möllenhoff (vertrw.)
1942 Dr. Pawlowski (auftrw.)
1943-1945 Friedrich Bourwieg

Einwohner Landkreis Lüben
33.630 (1885)
33.029 (1890), davon 29.713 Evangelische, 3.234 Katholiken, 62 Juden
31.584 (1900), davon 28.178 Evangelische, 3.341 Katholiken
33.067 (1910), davon 28.746 Evangelische, 4.252 Katholiken
33.991 (1925), davon 29.528 Evangelische, 4.210 Katholiken,   89 sonstige Christen, 41 Juden
39.464 (1933), davon 34.109 Evangelische, 5.096 Katholiken,   21 sonstige Christen, 32 Juden
38.742 (1939), davon 35.525 Evangelische, 5.506 Katholiken, 113 sonstige Christen, 15 Juden

Die Reichstagswahlen vom
im Landkreis Lüben
5. 3. 1933
Wahlbeteiligung91,8 %
Abgegebene gültige Stimmen insgesamt22.208
NSDAP14.784
SPD3.810
KPD831
Zentrum944
DNVP (Kampffront Schwarz-weiß-rot)1.593
DVP - Deutsche Volkspartei71
Christlich-sozialer Volksdienst131
Deutsche Bauernpartei6
Deutsch-Hannoversche Partei-
DDP (Deutsche Staatspartei)38
Andere Parteien-


Die Gemeinden des Landkreises Lüben:
(Stand von 1939 durchnummeriert)

1. Alt Raudten:
301 Einwohner (1933)
298 Einwohner (1939)

2. Barschau:
186 Einwohner (1933)
154 Einwohner (1939)

3. Brauchitschdorf:
591 Einwohner (1933)
598 Einwohner (1939)

4. Braunau:
487 Einwohner (1933)
511 Einwohner (1939)

5. Brodelwitz:
269 Einwohner (1933)
231 Einwohner (1939)

6. Buchwäldchen:
165 Einwohner (1933)
148 Einwohner (1939)

7. Buchwald:
216 Einwohner (1933)
239 Einwohner (1939)

8. Eisemost:
413 Einwohner (1933)
349 Einwohner (1939)

9. Fauljoppe:
205 Einwohner (1933)
179 Einwohner (1939)

10. Friedrichswalde:
68 Einwohner (1933)
67 Einwohner (1939)

11. Fuchsmühl:
375 Einwohner (1933)
326 Einwohner (1939)

12. Gaffron:
452 Einwohner (1933)
491 Einwohner (1939)

13. Gläsersdorf:
(1894 Amtsgericht Lüben, Post Gläsersdorf;
Besonderheiten 1894: katholische Pfarrkirche)
1.365 Einwohner (1885)
1.015 Einwohner (1933)
   915 Einwohner (1939)

14. Groß Heinzendorf:
686 Einwohner (1933)
603 Einwohner (1939)

15. Groß Kotzenau:
1.383 Einwohner (1933)
1.397 Einwohner (1939)

16. Groß Krichen:
503 Einwohner (1933)
506 Einwohner (1939)

17. Groß Rinnersdorf:
319 Einwohner (1933)
308 Einwohner (1939)

18. Gugelwitz:
360 Einwohner (1933)
351 Einwohner (1939)

Heinzenburg:
(1. 4. 1938 eingegliedert in Groß Heinzendorf)

19. Herbersdorf:
459 Einwohner (1933)
478 Einwohner (1939)

20. Herzogswaldau:
1.082 Einwohner (1933)
1.062 Einwohner (1939)

21. Jakobsdorf (Jacobsdorf):
552 Einwohner (1933)
523 Einwohner (1939)

22. Jauschwitz:
  99 Einwohner (1933)
100 Einwohner (1939)

23. Kaltwasser:
497 Einwohner (1933)
423 Einwohner (1939)

24. Klaptau:
213 Einwohner (1933)
213 Einwohner (1939)

25. Klein Kotzenau, Forst, gemeindefreier Gutsbezirk:
0 Einwohner (1933)
0 Einwohner (1939)

26. Klein Krichen:
269 Einwohner (1933)
244 Einwohner (1939)

Klein Rinnersdorf:
(1927 Amtsgericht und Finanzamt Lüben, Post Groß Rinnersdorf;
1. 4. 1938 eingegliedert in Eisemost)
100 Einwohner (1925)

27. Kniegnitz:
412 Einwohner (1933)
393 Einwohner (1939)

28. Koslitz:
215 Einwohner (1933)
210 Einwohner (1939)

29. Kotzenau, Stadt:
4.055 Einwohner (1933)
5.255 Einwohner (1939)

30. Kriegheide:
238 Einwohner (1933)
218 Einwohner (1939)

31. Krummlinde:
328 Einwohner (1933)
453 Einwohner (1939)

32. Lerchenborn:
406 Einwohner (1933)
398 Einwohner (1939)

33. Lüben, Stadt:
(1894 Amtsgericht und Post Lüben;
Besonderheiten 1894: Dragoner-Regiment Nr. 4; Bahnhof der Linie Kamenz-Raudten der Preußischen Staatsbahn, Vorschussverein, Landratsamt, Amtsgericht, evangelische und katholische Pfarrkirche, höhere Knabenschule, Schloss, Zuckerfabrik, Tuchfabrik, Maschinenfabrik, Sattelfabrik, Wollspinnerei, Dampfsägemühle, Getreidehandel)
6.131 Einwohner (1890), davon 5.072 Evangelische, 1.006 Katholiken, 51 Juden
9.637 Einwohner (1933)
9.920 Einwohner (1939), davon 7.939 Evangelische, 1.686 Katholiken, 55 sonstige Christen, 13 Juden

Lübenwalde:
(1927 Amtsgericht und Finanzamt Lüben, Post Ober Gläsersdorf;
1. 4. 1938 eingegliedert in Ober Gläsersdorf)
74 Einwohner (1925)

34. Mallmitz:
683 Einwohner (1933)
636 Einwohner (1939)

35. Michelsdorf:
365 Einwohner (1933)
356 Einwohner (1939)

36. Mlitsch:
441 Einwohner (1933)
421 Einwohner (1939)

37. Muckendorf:
117 Einwohner (1933)
120 Einwohner (1939)

38. Mühlrädlitz:
694 Einwohner (1933)
923 Einwohner (1939)

39. Neudorf:
254 Einwohner (1933)
264 Einwohner (1939)

40. Neuhammer:
215 Einwohner (1933)
223 Einwohner (1939)

41. Neurode:
150 Einwohner (1933)
140 Einwohner (1939)

42. Oberau:
675 Einwohner (1933)
600 Einwohner (1939)

43. Ober Dammer:
176 Einwohner (1933)
162 Einwohner (1939)

44. Ober Gläsersdorf:
709 Einwohner (1933)
703 Einwohner (1939)

45. Ossig:
415 Einwohner (1933)
413 Einwohner (1939)

46. Parchau:
644 Einwohner (1933)
601 Einwohner (1939)

47. Petersdorf:
102 Einwohner (1933)
  81 Einwohner (1939)

48. Petschkendorf:
431 Einwohner (1933)
442 Einwohner (1939)

49. Pilgramsdorf:
318 Einwohner (1933)
318 Einwohner (1939)

50. Polach:
153 Einwohner (1933)
137 Einwohner (1939)

51. Queißen:
441 Einwohner (1933)
375 Einwohner (1939)

52. Raudten, Stadt:
1.693 Einwohner (1933)
1.901 Einwohner (1939)

53. Reichen:
383 Einwohner (1933)
396 Einwohner (1939)

54. Sabitz:
331 Einwohner (1933)
305 Einwohner (1939)

55. Schwarzau:
371 Einwohner (1933)
393 Einwohner (1939)

56. Seebnitz:
950 Einwohner (1933)
946 Einwohner (1939)

57. Spröttchen:
264 Einwohner (1933)
238 Einwohner (1939)

58. Talbendorf:
235 Einwohner (1933)
235 Einwohner (1939)

59. Töschwitz:
550 Einwohner (1933)
529 Einwohner (1939)

Wengeln:
(1927 Amtsgericht und Finanzamt Lüben, Post Jakobsdorf;
1. 4. 1938 eingegliedert in Jakobsdorf)
266 Einwohner (1925)

60. Würtsch-Helle:
331 Einwohner (1933)
329 Einwohner (1939)

61. Zedlitz:
523 Einwohner (1933)
472 Einwohner (1939)

62. Ziebendorf:
350 Einwohner (1933)
333 Einwohner (1939)



Quellen:

Hubatsch, Walter (Hrsg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815 - 1945. Reihe A: Preußen. Band 4: Schlesien. Marburg/Lahn, 1976.

Neumanns Orts-Lexikon des Deutschen Reichs. Ein geographisch-statistisches Nachschlagebuch für deutsche Landeskunde. Dritte, neu bearbeitete und vermehrte Auflage von Wilhelm Keil. Leipzig, 1894.

Das Ortsbuch für das Deutsche Reich. Herausgegeben in Verbindung mit der Deutschen Reichsbahn und Deutschen Reichspost. Berlin, 1927.

Statistik des Deutschen Reichs. Alte Folge, Band 57: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. Dez. 1880. Berlin, 1883.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 32: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. Dez. 1885. Berlin, 1888.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 150: Die Volkszählung am 1. Dez. 1900 im Deutschen Reich. Berlin, 1903.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 240: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. 12. 1910. Berlin, 1915.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 401: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 16. Juni 1925. Heft 1: Die Bevölkerung im Deutschen Reich nach den Ergebnissen der Volkszählung 1925. Teil I: Einführung in die Volkszählung 1925. Tabellenwerk. Berlin, 1928.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 434: Die Wahlen zum Reichstag am 31. Juli und 6. November 1932 und am 5. März 1933 (Sechste bis achte Wahlperiode). Berlin, 1935.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin, 1939.
Teil I: Altreich und Land Österreich.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 451: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 16. Juni 1933. Heft 3: Die Bevölkerung des Deutschen Reichs nach der Religionszugehörigkeit. Berlin, 1936.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 550: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin, 1940.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 552: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 17. Mai 1939.
Heft 3: Die Bevölkerung des Deutschen Reichs nach der Religionszugehörigkeit. Berlin, 1942.
Heft 4: Die Juden und jüdischen Mischlinge im Deutschen Reich. Berlin, 1944.


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