Stadtkreis Königshütte (poln. Chorzów)

Zugehörigkeit staatlich: bis 1921 Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Oppeln
1921 - 1939 Polen, 1939 - 1945 Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Kattowitz
Zuständ. Justiz (1894): Amtsgericht Königshütte, Landgericht Beuthen, Oberlandesgericht Breslau
Zuständ. Justiz (1942): Amtsgericht Königshütte, Landgericht Beuthen-Kattowitz, Oberlandesgericht Kattowitz
Zuständ. Gau 1939-1945: Schlesien, 1941 - 1945 Oberschlesien


Oberbürgermeister:
1898-1917 Stolle
1919-1921 Brahl
1941-1943 Ernst Schröder

Stadtbeschreibung nach Neumann 1894:
Stadt im Landkreis Beuthen, ein Zentralpunkt im Oberschlesischen Steinkohlengebirge, Bahnhof der Linie Gleiwitz-Schwientochlowitz der Preußischen Staatsbahn, Vorschussverein, Amtsgericht, Bergrevier, Berginspektion, 1 evangelische und 2 katholische Kirchen, Synagoge, simultanes Gymnasium, 2 Krankenhäuser, großes Eisenhüttenwerk mit 7 Hochöfen, das 1797 angelegt wurde und früher im Besitz des Staates war, Zinkwerk Lydogniahütte (auf der seit 1809 Zink aus Galmei in Oberschlesien im großen bereitet wurde), Puddel- und Walzwerk Alvenslebenhütte, Kupferhütte, bedeutendes Steinkohlenwerk des Staates, Königsgrube, Steinkohlenzeche Florentine, Dachpappenfabrik, Schamottesteinfabrik, Drahtfabrik, Nägelfabrik, Dampfmahlmühle, Dampfsägemühle, Ziegelbrennerei, Kalksteinbruch. Geschichte: Königshütte entstand als Stadt 1869 aus der Vereinigung mehrerer ländlicher Ortschaften: Königshütte, Mittel-Lagiewnik, Ober-Lagiewnik, Nieder-Heiduck, Charlottenhof und Klimsawiese.

Einwohner Stadtkreis Königshütte
  27.522 (1880)
  32.072 (1885)
  36.502 (1890), davon 4.354 Evangelische, 31.316 Katholiken, 830 Juden
  57.919 (1900), davon 6.665 Evangelische, 50.316 Katholiken
  72.641 (1910), davon 8.573 Evangelische, 63.143 Katholiken
(bei der Abstimmung vom 21. 3. 1921 stimmten im Kreis Königshütte 21,0 % für Polen)
102.349 (1931)

Die Reichstagswahlen von
im Wahlkreis
Beuthen-Tarnowitz
19071912
Wahlbeteiligung71,1 %71,8 %
abgegebene gültige Stimmen insgesamt49.57355.348
Nationalliberal9.21910.176
Zentrum7.96112.957
Polenpartei26.41420.671
SPD5.97411.534
Zersplittert510
Anm.: Der Wähler hatte die Möglichkeit, eine Partei oder eine Person zu wählen, die nicht auf dem Stimmzettel verzeichnet war (Partei: unbestimmte Stimme; Person: zersplitterte Stimme)



Quellen:

Hubatsch, Walter (Hrsg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815 - 1945. Reihe A: Preußen. Band 4: Schlesien. Marburg/Lahn, 1976.

Neumanns Orts-Lexikon des Deutschen Reichs. Ein geographisch-statistisches Nachschlagebuch für deutsche Landeskunde. Dritte, neu bearbeitete und vermehrte Auflage von Wilhelm Keil. Leipzig, 1894.

Statistik des Deutschen Reichs, Alte Folge. Band 57: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. Dez. 1880. Berlin, 1883.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 32: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. Dez. 1885. Berlin, 1888.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 150: Die Volkszählung am 1. Dez. 1900 im Deutschen Reich. Berlin, 1903.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 240: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. 12. 1910. Berlin, 1915.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 250: Die Reichstagswahlen von 1912. Berlin, 1913.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 550: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin, 1940.


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