Landkreis Grünberg (poln. Zielona Góra)

Zugehörigkeit staatlich: Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Liegnitz
Zuständ. Justiz (1894):
1) Amtsgericht Grünberg, Landgericht Glogau, Oberlandesgericht Breslau
2) Amtsgericht Kontopp, Landgericht Glogau, Oberlandesgericht Breslau
Zuständ. Finanzamt (1927): Finanzamt Grünberg, Landesfinanzamt Breslau
Zuständ. Gau 1933-1945: bis 1941 Schlesien, ab 1941 Gau Niederschlesien
Zuständ. Militärdienst (1885): V. Armeekorps
Zugehörigkeit ev. Kirche: Evangelische Kirche der altpreußischen Union, Kirchenprovinz Schlesien
Zugehörigkeit kath. Kirche: Bistum Breslau


Landrat:
1867-1887 Ernst C. T. von Klinckowstroem
1887-1892 Günther S. F. Freiherr von Seherr-Thoß
1892-1903 Joachim F. von Lamprecht
1903-1911 Dr. Hans Joachim G. A. von Brockhusen
1911-1917 Dr. Otto Junghann
1917-1934 Dr. Hermann Ercklentz
1934-1939 Dr. Arthur Joachim
1940-1945 Helmut Grande

Einwohner Landkreis Grünberg
52.764 (1885)
53.887 (1890), davon 44.048 Evangelische,   9.428 Katholiken, 257 Juden
56.533 (1900), davon 46.410 Evangelische,   9.654 Katholiken
58.118 (1910), davon 47.292 Evangelische, 10.327 Katholiken
35.997 (1925), davon 28.893 Evangelische,   6.997 Katholiken,   24 sonstige Christen, 22 Juden
61.647 (1933), davon 49.654 Evangelische, 10.501 Katholiken,     9 sonstige Christen, 62 Juden
65.739 (1939), davon 50.476 Evangelische, 13.416 Katholiken, 243 sonstige Christen, 26 Juden

Die Reichstagswahlen vom
im Landkreis Grünberg
(ohne Stadtkreis Grünberg)
5. 3. 1933
Wahlbeteiligung89,1 %
Abgegebene gültige Stimmen insgesamt52.451
NSDAP29.798
SPD9.980
KPD3.231
Zentrum4.372
DNVP (Kampffront Schwarz-weiß-rot)4.048
DVP - Deutsche Volkspartei161
Christlich-sozialer Volksdienst699
Deutsche Bauernpartei40
Deutsch-Hannoversche Partei-
DDP (Deutsche Staatspartei)122
Andere Parteien-


Die Gemeinden des Landkreises Grünberg:
(hier fehlende, bis 1933 zugehörige Gemeinden s. Freystadt)

1. Altkessel:
1.043 Einwohner (1933)
1.207 Einwohner (1939)

2. Bobernig:
654 Einwohner (1933)
706 Einwohner (1939)

3. Boyadel:
1.819 Einwohner (1933)
1.779 Einwohner (1939)

4. Bruchdorf:
273 Einwohner (1933)
282 Einwohner (1939)

5. Buchelsdorf:
260 Einwohner (1933)
269 Einwohner (1939)

6. Dammerau:
265 Einwohner (1933)
248 Einwohner (1939)

7. Deutsch Kessel:
565 Einwohner (1933)
574 Einwohner (1939)

8. Deutsch Wartenberg, Stadt:
954 Einwohner (1933)
927 Einwohner (1939)

9. Drentkau:
508 Einwohner (1933)
518 Einwohner (1939)

Droniki, 18. 10. 1937 umbenannt in Fleißwiese

10. Droschkau:
425 Einwohner (1933)
377 Einwohner (1939)

11. Eichwaldau (früher Sawade):
853 Einwohner (1933)
856 Einwohner (1939)

12. Fleißwiese (früher Droniki):
246 Einwohner (1933)
239 Einwohner (1939)

13. Friedendorf:
200 Einwohner (1933)
211 Einwohner (1939)

14. Friedersdorf:
432 Einwohner (1933)
424 Einwohner (1939)

15. Fürsteneich (früher Saabor):
   853 Einwohner (1933)
1.058 Einwohner (1939)

16. Gabelsdorf (früher Hohwelze):
383 Einwohner (1933)
579 Einwohner (1939)

17. Großheiden (früher Karschin):
653 Einwohner (1933)
700 Einwohner (1939)

18. Groß Lessen:
561 Einwohner (1933)
510 Einwohner (1939)

19. Grünberg in Schlesien, Stadt (bis 1933 Stadtkreis):
(1922-1933 Stadtkreis; (Ober-)bürgermeister:
1922-1927 Alfred Finke
1928-1933 Dr. Ernst Busse
1933-1937 Arthur Lemme
1894 Kreis, Amtsgericht und Post Grünberg;
Besonderheiten 1894: Bahnhof der Linie Raudten-Podejuch der Preußischen Staatsbahn, Reichsbanknebenstelle, Vorschussverein, Handelskammer, Landratsamt, Amtsgericht, evangelische und katholische Pfarrkirche, Synagoge, Realgymnasium, Mustergewebeschule, Wollspinnerei und bedeutende Tuchfabrikation, Maschinenfabrik, Blumenzucht, Obst- und Weinbau, Schaumweinfabrikation, Versendung von Weintrauben und eingemachten Früchten und Säften, Braunkohlengrube. Geschichte: Grünberg gehörte früher zum Fürstentum Glogau und führte 1522 die Reformation ein. In den umliegenden Dörfern Weinbau, der um 1150 in dieser Gegend eingeführt wurde.)
16.092 Einwohner (1890), davon 13.753 Evangelische, 2.071 Katholiken, 192 Juden
24.898 Einwohner (1925), davon 21.012 Evangelische, 3.079 Katholiken,   45 sonstige Christen, 69 Juden
25.330 Einwohner (1933), davon 20.899 Evangelische, 3.120 Katholiken,     5 sonstige Christen, 48 Juden
25.804 Einwohner (1939), davon 20.890 Evangelische, 3.384 Katholiken, 173 sonstige Christen, 15 Juden
Die Reichstagswahlen vom
im Stadtkreis Grünberg
5. 3. 1933
Wahlbeteiligung89,5 %
Abgegebene gültige Stimmen insgesamt16.082
NSDAP7.298
SPD4.179
KPD2.007
Zentrum751
DNVP (Kampffront Schwarz-weiß-rot)1.113
DVP - Deutsche Volkspartei153
Christlich-sozialer Volksdienst340
Deutsche Bauernpartei6
Deutsch-Hannoversche Partei-
DDP (Deutsche Staatspartei)235
Andere Parteien-

20. Grünwald:
536 Einwohner (1933)
553 Einwohner (1939)

21. Günthersdorf:
493 Einwohner (1933)
486 Einwohner (1939)

22. Hammer:
227 Einwohner (1933)
222 Einwohner (1939)

23. Heinersdorf:
1.265 Einwohner (1933)
1.286 Einwohner (1939)

Hohwelze, 30. 11. 1936 umbenannt in Gabelsdorf

24. Jonasberg:
  98 Einwohner (1933)
110 Einwohner (1939)

Karschin, 22. 12. 1936 umbenannt in Großheiden

25. Kleinitz:
1.486 Einwohner (1933)
1.455 Einwohner (1939)

26. Kolzig:
1.554 Einwohner (1933)
1.418 Einwohner (1939)

27. Kontopp (1894 Flecken, Dorf und Rittergut):
(1894 Amtsgericht und Post Kontopp;
Besonderheiten 1894: Amtsgericht, evangelische und katholische Pfarrkirche)
1.180 Einwohner (1885) (Flecken, Dorf u. Rittergut)
1.418 Einwohner (1933)
1.326 Einwohner (1939)

28. Krampe:
680 Einwohner (1933)
656 Einwohner (1939)

29. Kreutz:
257 Einwohner (1933)
233 Einwohner (1939)

30. Kühnau:
   917 Einwohner (1933)
1.004 Einwohner (1939)

31. Külpenau:
220 Einwohner (1933)
199 Einwohner (1939)

32. Kunersdorf:
267 Einwohner (1933)
248 Einwohner (1939)

33. Lache:
469 Einwohner (1933)
468 Einwohner (1939)

34. Läsgen:
497 Einwohner (1933)
487 Einwohner (1939)

35. Lättnitz:
586 Einwohner (1933)
578 Einwohner (1939)

36. Lansitz:
640 Einwohner (1933)
606 Einwohner (1939)

37. Lawaldau:
   983 Einwohner (1933)
1.016 Einwohner (1939)

38. Loos:
421 Einwohner (1933)
399 Einwohner (1939)

Lupitze, 18. 10. 1937 umbenannt in Ostweide

39. Mesche:
145 Einwohner (1933)
138 Einwohner (1939)

40. Milzig:
415 Einwohner (1933)
385 Einwohner (1939)

41. Nittritz:
1.198 Einwohner (1933)
1.251 Einwohner (1939)

42. Ochelhermsdorf:
1.247 Einwohner (1933)
1.283 Einwohner (1939)

43. Ostlinde (früher Schussenze):
867 Einwohner (1933)
808 Einwohner (1939)

44. Ostweide (früher Lupitze):
554 Einwohner (1933)
534 Einwohner (1939)

45. Pfalzdorf:
205 Einwohner (1933)
153 Einwohner (1939)

46. Pirnig:
637 Einwohner (1933)
848 Einwohner (1939)

47. Plothow:
482 Einwohner (1933)
453 Einwohner (1939)

48. Prittag:
649 Einwohner (1933)
647 Einwohner (1939)

49. Rothenburg (Oder), Stadt:
1.430 Einwohner (1933)
1.399 Einwohner (1939)

50. Ruden:
110 Einwohner (1933)
  93 Einwohner (1939)

Saabor, 30. 11. 1936 umbenannt in Fürsteneich

Sawade, 22. 12. 1936 umbenannt in Eichwaldau

51. Schäferberg (früher Woitscheke):
158 Einwohner (1933)
140 Einwohner (1939)

Schenawe, 20. 9. 1937 umbenannt in Schönforst

52. Schertendorf:
1.136 Einwohner (1933)
1.187 Einwohner (1939)

53. Schlabrendorf:
178 Einwohner (1933)
161 Einwohner (1939)

54. Schlesisch Drehnow:
567 Einwohner (1933)
564 Einwohner (1939)

55. Schlesisch Nettkow:
1.082 Einwohner (1933)
1.068 Einwohner (1939)

56. Schloin:
605 Einwohner (1933)
622 Einwohner (1939)

57. Schönforst (früher Schenawe):
177 Einwohner (1933)
149 Einwohner (1939)

Schussenze, 18. 10. 1937 umbenannt in Ostlinde

58. Schwarmitz:
855 Einwohner (1933)
799 Einwohner (1939)

59. Schweinitz:
1.443 Einwohner (1933)
1.418 Einwohner (1939)

60. Schwenten:
916 Einwohner (1933)
961 Einwohner (1939)

61. Seedorf:
179 Einwohner (1933)
175 Einwohner (1939)

62. Seiffersholz:
110 Einwohner (1933)
  95 Einwohner (1939)

63. Wenig Lessen:
324 Einwohner (1933)
304 Einwohner (1939)

64. Wittgenau:
390 Einwohner (1933)
390 Einwohner (1939)

Woitscheke, 30. 11. 1936 umbenannt in Schäferberg

65. Zahn:
191 Einwohner (1933)
168 Einwohner (1939)

66. Zauche:
247 Einwohner (1933)
235 Einwohner (1939)



Quellen:

Hubatsch, Walter (Hrsg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815 - 1945. Reihe A: Preußen. Band 4: Schlesien. Marburg/Lahn, 1976.

Neumanns Orts-Lexikon des Deutschen Reichs. Ein geographisch-statistisches Nachschlagebuch für deutsche Landeskunde. Dritte, neu bearbeitete und vermehrte Auflage von Wilhelm Keil. Leipzig, 1894.

Das Ortsbuch für das Deutsche Reich. Herausgegeben in Verbindung mit der Deutschen Reichsbahn und Deutschen Reichspost. Berlin, 1927.

Statistik des Deutschen Reichs. Alte Folge, Band 57: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. Dez. 1880. Berlin, 1883.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 401: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 16. Juni 1925. Heft 1: Die Bevölkerung im Deutschen Reich nach den Ergebnissen der Volkszählung 1925. Teil I: Einführung in die Volkszählung 1925. Tabellenwerk. Berlin, 1928.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 434: Die Wahlen zum Reichstag am 31. Juli und 6. November 1932 und am 5. März 1933 (Sechste bis achte Wahlperiode). Berlin, 1935.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin, 1939.
Teil I: Altreich und Land Österreich.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 451: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 16. Juni 1933. Heft 3: Die Bevölkerung des Deutschen Reichs nach der Religionszugehörigkeit. Berlin, 1936.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 550: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin, 1940.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 552: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 17. Mai 1939.
Heft 3: Die Bevölkerung des Deutschen Reichs nach der Religionszugehörigkeit. Berlin, 1942.
Heft 4: Die Juden und jüdischen Mischlinge im Deutschen Reich. Berlin, 1944.


www.verwaltungsgeschichte.de Homepage Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871 - 1990 © 2006 by Dr. Michael Rademacher M.A.