Stadtkreis Mönchengladbach
(1929 Zusammenlegung von München-Gladbach, Rheydt, Giesenkirchen und Odenkirchen zum Stadtkreis Gladbach-Rheydt;
1933 Aufteilung in die Stadtkreise München-Gladbach und Rheydt;
1. 1. 1975 Zusammenlegung von Mönchengladbach, Rheydt und Wickrath zum Stadtkreis Mönchengladbach)

Zugehörigkeit staatlich:
bis 1945 Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Düsseldorf
1945 britische Besatzungszone
1946 Land Nordrhein-Westfalen
1949 Bundesland Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Düsseldorf
Zuständ. Justiz (1894):
1) Amtsgericht München Gladbach, Landgericht Düsseldorf, Oberlandesgericht Köln
2) Amtsgericht Odenkirchen, Landgericht Düsseldorf, Oberlandesgericht Köln
3) Amtsgericht Rheydt, Landgericht Düsseldorf, Oberlandesgericht Köln
Zuständ. Justiz (1942):
1) Amtsgericht München Gladbach, Landgericht München Gladbach, Oberlandesgericht Düsseldorf
2) Amtsgericht Rheydt, Landgericht München Gladbach, Oberlandesgericht Düsseldorf
3) Amtsgericht Rheydt-Odenkirchen, Landgericht München Gladbach, Oberlandesgericht Düsseldorf
Zuständ. Finanzamt (1927):
1) Finanzamt München-Gladbach, Landesfinanzamt Düsseldorf
2) Finanzamt Rheydt, Landesfinanzamt Düsseldorf
Zuständ. Gau 1933-1945: Düsseldorf
Zuständ. Militärdienst (1885): VIII. Armeekorps
Zugehörigkeit ev. Kirche (1939): Evangelische Kirche der altpreußischen Union, Kirchenprovinz Rheinland
Zugehörigkeit kath. Kirche (1939): Bistum Aachen


Stadtbeschreibung München-Gladbach nach Neumann 1894:
Stadtkreis, Bahnhof der Linien München-Gladbach - Ruhrort, Rheydt-Neuß, München-Gladbach - Stolberg und Krefeld-Rheydt der Preußischen Staatsbahn, Reichsbanknebenstelle, Gladbacher Bankverein, Gewerbebank, Dep.-Kasse der Bergisch-Märkischen Bank, Gladbacher Rückversicherungsgesellschaft, Rheinisch-Westfälische Transportversicherungsgesellschaft (Lloydt), Rheinisch-Westfälische Rückversicherungsgesellschaft, Landratsamt, Amtsgericht nebst Kammer für Handelssachen (für die Amtsgerichtsbezirke München-Gladbach, Grevenbroich, Odenkirchen, Rheydt und Viersen), Handelskammer, Gewerbegericht, Rheinisch-Westfälische Textilberufsgenossenschaft, Feuerversicherungsgesellschaft, 1 evangelische Kirche, 5 katholische Kirchen (darunter die Münsterkirche), Synagoge, Gymnasium mit pädagogischem Seminar, Realschule, Pflegeanstalten für Geisteskranke (Alexianeranstalt) und für blödsinnige Kinder (Hephata), Westfälisch-Rheinischer Hauptverein für Bienen- und Seidenraupenzucht; sehr bedeutende Baumwollindustrie, 32 Spinnereien (160.000 Spindeln), 89 mechanische Webereien (5.000 Stühle), Färbereien und Druckereien, ferner Eisengießereien und Maschinenfabriken, Dampfmahl- und Dampfsägemühlen, Appreturanstalten, Bleichereien, Woll- und Seidenspinnerei; Fabriken für Leinwand, halbwollene Waren, Asphaltpappe, Pappdeckel, Watte etc.; Bierbrauerei, Gerberei, Ziegelbrennerei; die Landgemeinde München-Gladbach besteht aus den Orten Als, Buscher, Eicken, Hardterbroich, Lürip (mit kath. Pfarrkirche) und hat insgesamt 10.302 Einwohner. Geschichte: München-Gladbach, das ehemals zu Jülich gehörte, entstand um die 793 gegründete Benediktinerabtei, wurde aber erst 1366 als Stadt genannt. Früher waren Flachsbau und Leinwandhandel sehr bedeutend; die Baumwollweberei wurde zu Ende des 18. Jahrhunderts, die Baumwollspinnerei 1807 eingeführt.

Besonderheiten nach dem Ortsbuch 1927:
Amtsgericht, Landgericht, Finanzamt, Landratsamt, Eisenbahnbetriebsamt, Maschinenamt, Schupo, Gymnasium, Realgymnasium, Oberrealschule, Lyzeum, Reichsbanknebenstelle, Zollamt, Handelskammer.

Einwohner Stadtkreis München Gladbach (Mönchen-Gladbach)
  37.387 (1880)
  44.230 (1885)
  49.628 (1890), davon   8.291 Evangelische,   49.228 Katholiken, 631 Juden
  58.023 (1900), davon   9.549 Evangelische,   47.555 Katholiken
  66.414 (1910), davon 10.662 Evangelische,   54.669 Katholiken
115.302 (1925), davon 12.254 Evangelische, 101.631 Katholiken,   15 sonstige Christen, 951 Juden
126.631 (1933), davon 14.013 Evangelische, 110.833 Katholiken,   12 sonstige Christen, 907 Juden
128.329 (1939), davon 13.982 Evangelische, 110.690 Katholiken, 172 sonstige Christen, 374 Juden
124.879 (1950)
152.400 (1960), davon 18.500 Vertriebene
152.200 (1969)
(1. 1. 1975 Eingemeindung der kreisfreien Stadt Rheydt)
258.000 (1980)
259.000 (1990)


Stadtbeschreibung Rheydt nach Neumann 1894:
Stadt im Landkreis Gladbach, 2 Bahnhöfe der Linien Rheydt-Dalheim, Rheydt-Neuß, Krefeld-Rheydt, Aachen-Rheydt und München-Gladbach - Stolberg der Preußischen Staatsbahn, Amtsgericht (zust. Kammer für Handelssachen in München-Gladbach), 2 evangelische Kirchen, 1 katholische Kirche, Synagoge, Oberrealschule, evangelisches Schullehrerseminar, Waisenhaus; bedeutende Industrie: 13 Baumwollspinnereien, viele Fabriken für Halbwoll-, Baumwoll-, Samt- und Seidenwaren; zahlreiche Färbereien, Zeugdruckereien und Appreturanstalten, Eisengießereien und Maschinenfabriken; Fabriken für Lampendocht, Buntpapier, Zwirn, Zigarren etc.; lithographische Anstalten, Dampfsägemühlen, Bleicherei, Bierbrauerei, Ziegelbrennerei; zur Gemeinde Rheydt gehören noch die Ortschaften Bonnenbroich (989 Einwohner), Geneicken (3.104 Einwohner), Heyden (3.467 Einwohner), Morr (832 Einwohner), Pongs (455 Einwohner), Tipp (496 Einwohner) etc.

Besonderheiten nach dem Ortsbuch 1927:
Amtsgericht, Finanzamt, Gymnasium, Oberrealschule, Lyzeum, Reichsbanknebenstelle, Zollamt.

Einwohner Stadt bzw. Stadtkreis Rheydt
  19.087 (1880)
  22.658 (1885)
  26.830 (1890), davon 14.150 Evangelische, 12.424 Katholiken, 217 Juden
  43.999 (1910), davon 19.366 Evangelische, 24.245 Katholiken
  45.124 (1925), davon 18.906 Evangelische, 25.644 Katholiken, 35 sonstige Christen, 288 Juden
  77.261 (1933), davon 25.841 Evangelische, 50.409 Katholiken,   7 sonstige Christen, 351 Juden
  77.339 (1939), davon 24.592 Evangelische, 50.594 Katholiken, 73 sonstige Christen, 232 Juden
  78.302 (1950)
  94.900 (1960), davon 10.500 Vertriebene
100.600 (1969)

Die Reichstagswahlen vom
im Stadtkreis Gladbach-Rheydt
5. 3. 1933
Wahlbeteiligung86,6 %
Abgegebene gültige Stimmen insgesamt120.470
NSDAP45.914
SPD6.387
KPD18.173
Zentrum41.095
DNVP (Kampffront Schwarz-weiß-rot)6.920
DVP - Deutsche Volkspartei850
Christlich-sozialer Volksdienst727
Deutsche Bauernpartei48
Deutsch-Hannoversche Partei-
DDP (Deutsche Staatspartei)356
Andere Parteien-


Einwohner Landkreis Gladbach:
127.899 (1900), davon 25.341 Evangelische, 101.738 Katholiken
121.333 (1910), davon 11.499 Evangelische, 109.293 Katholiken
  81.075 (1925), davon   9.615 Evangelische,   70.446 Katholiken, 35 sonstige Christen, 328 Juden

Ahren, Dorf:
(1894 Kreis Gladbach, Amtsgericht Odenkirchen, Post Giesenkirchen)
441 Einwohner (1885)

Odenkirchen, Stadt:
(1894 Kreis Gladbach, Amtsgericht Odenkirchen)
11.667 Einwohner (1890), davon 4.327 Evangelische,   7.253 Katholiken, 87 Juden
20.076 Einwohner (1925), davon 6.203 Evangelische, 13.622 Katholiken, 9 sonstige Christen, 88 Juden



Quellen:

Neumanns Orts-Lexikon des Deutschen Reichs. Ein geographisch-statistisches Nachschlagebuch für deutsche Landeskunde. Dritte, neu bearbeitete und vermehrte Auflage von Wilhelm Keil. Leipzig, 1894.

Statistik des Deutschen Reichs. Alte Folge, Band 57: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. Dez. 1880. Berlin, 1883.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 150: Die Volkszählung am 1. Dez. 1900 im Deutschen Reich. Berlin, 1903.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 240: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. 12. 1910. Berlin, 1915.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 401: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 16. Juni 1925. Heft 1: Die Bevölkerung im Deutschen Reich nach den Ergebnissen der Volkszählung 1925. Teil I: Einführung in die Volkszählung 1925. Tabellenwerk. Berlin, 1928.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 434: Die Wahlen zum Reichstag am 31. Juli und 6. November 1932 und am 5. März 1933 (Sechste bis achte Wahlperiode). Berlin, 1935.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin, 1939.
Teil I: Altreich und Land Österreich.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 451: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 16. Juni 1933. Heft 3: Die Bevölkerung des Deutschen Reichs nach der Religionszugehörigkeit. Berlin, 1936.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 550: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin, 1940.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 552: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 17. Mai 1939.
Heft 3: Die Bevölkerung des Deutschen Reichs nach der Religionszugehörigkeit. Berlin, 1942.
Heft 4: Die Juden und jüdischen Mischlinge im Deutschen Reich. Berlin, 1944.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1952.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1961.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1971. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1971.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1981.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1992.


www.verwaltungsgeschichte.de Homepage Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871 - 1990 © 2006 by Dr. Michael Rademacher M.A.