Stadtkreis Gelsenkirchen(-Buer) und Landkreis Gelsenkirchen

Zugehörigkeit staatlich:
bis 1945 Preußen, Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Münster
1945 britische Besatzungszone
1946 Land Nordrhein-Westfalen
1949 Bundesland Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Münster
Zuständ. Justiz (1894): Amtsgericht Bocholt, Landgericht Münster, Oberlandesgericht Hamm
Zuständ. Justiz (1894): Amtsgericht Gelsenkirchen, Landgericht Essen, Oberlandesgericht Hamm
Zuständ. Finanzamt (1927):
1) Finanzamt Buer, Landesfinanzamt Münster
2) Finanzamt Gelsenkirchen, Landesfinanzamt Münster
Zuständiger Gau 1933-1945: Westfalen-Nord
Zuständ. Militärdienst (1885): VII. Armeekorps
Zugehörigkeit ev. Kirche (1939): Evangelische Kirche der altpreußischen Union, Kirchenprovinz Westfalen
Zugehörigkeit kath. Kirche (1939):
Dekanat Buer, Bistum Münster,
Dekanat Gelsenkirchen, Bistum Paderborn


Stadt Buer
(1894 Kreis Recklinghausen, Amtsgericht u. Post Buer,
1912 - 1928 selbstständiger Stadtkreis, 1928 Zusammenschluss mit Gelsenkirchen zum Stadtkreis Gelsenkirchen-Buer, 1930 Umbenennung in Gelsenkirchen)

1. Bürgermeister:
1912 - 1922 Dr. Karl Russell
1922 - 1928 Emil Zimmermann

Stadtbeschreibung Buer (sprich: Buhr) nach Neumann 1894:
Stadt im Landkreis Recklinghausen, Bahnhof der Linie Bismarck/Westfalen-Winterswijk der Preußischen Staatsbahn, Amtsgericht, katholische Pfarrkirche, Steinkohlenbergbau.

Besonderheiten nach dem Ortsbuch 1927
Amtsgericht, Finanzamt, Schupo, Gymnasium, Realschule, Lyzeum.

Einwohner Stadt bzw. Stadtkreis Buer:
11.071 (1890)
99.058 (1925), davon 45.839 Evangelische, 48.633 Katholiken, 90 sonstige Christen, 171 Juden

Bewegung der Bevölkerung/Kindersterblichkeit
im Stadtkreis Buer
  1924
Eheschließungen704
Geborene einschl. Totgeborene2.813
Gestorbene einschl. Totgeborene1.023
Totgeborene93
Im 1. Lebensjahr Gestorbene287

Kath. Dekanat Buer 1940
Gesamtbevölkerung: 113.508
Zahl der Nichtkatholiken: 56.587 (49,9 %)
Zahl der Katholiken: 56.921 (50,1 %)
davon sind der Osterpflicht nachgekommen: 24.353 (42,8 %)
Austritte aus der katholischen Kirche: 133
Übertritte zur katholischen Kirche: 12 (davon 10 evangelische)
Rücktritte zur katholischen Kirche: 10



Stadt Gelsenkirchen
(Stadtkreis seit 1896)

Oberbürgermeister:
1898 - 1902 Friedrich Wilhelm Vattmann
1902 - 1919 Theodor Machens
1919 - 1928 Karl von Wedelstaedt
1928 - 1933 Emil Zimmermann
1933 - 1945 Carl E. Böhmer

Stadtbeschreibung nach Neumann 1894:
Stadt im gleichnamigen Landkreis, Bahnhof der Linien Oberhausen-Herne, Kray-Gelsenkirchen und Gelsenkirchen-Wattenscheid der Preußischen Staatsbahn, Amtsgericht, Reichsbanknebenstelle, evangelische und katholische Pfarrkirche, Gussstahlfabrik, Dampfkesselfabrik, Hochofenanlage, Eisengießerei, Seifenfabrik, Dampfmahlmühle, Eisenerzgrube und sehr bedeutender Steinkohlenbergbau mit mehreren Kohlenbahnen: Zechen Hibernia, Rhein-Elbe, Wilhelmine Viktoria.

Einwohner Stadtkreis Gelsenkirchen:
  14.615 (1880)
  20.289 (1885)
  28.057 (1890), davon   10.993 Evangelische,   16.416 Katholiken,    561 Juden
  36.935 (1900), davon   15.178 Evangelische,   20.529 Katholiken
169.513 (1910), davon   81.145 Evangelische,   84.537 Katholiken
208.512 (1925), davon 101.444 Evangelische,   96.979 Katholiken,    394 sonstige Christen, 1.441 Juden
332.545 (1933), davon 158.275 Evangelische, 159.389 Katholiken,      50 sonstige Christen, 1.615 Juden
317.505 (1939), davon 143.315 Evangelische, 150.633 Katholiken, 3.351 sonstige Christen,    714 Juden
315.460 (1950)
388.800 (1960), davon 61.900 Vertriebene
348.600 (1969)
305.600 (1980)
293.300 (1990)

Bewegung der Bevölkerung/Kindersterblichkeit
im Stadtkreis Gelsenkirchen
  1924
Eheschließungen1.644
Geborene einschl. Totgeborene5.024
Gestorbene einschl. Totgeborene2.370
Totgeborene164
Im 1. Lebensjahr Gestorbene552

Kath. Dekanat Gelsenkirchen 1940
Gesamtbevölkerung: 196.863
Zahl der Nichtkatholiken: 102.896 (52,3 %)
Zahl der Katholiken: 93.967 (47,7 %)
davon sind der Osterpflicht nachgekommen: 42.824 (45,6 %)
Austritte aus der katholischen Kirche: 339
Übertritte zur katholischen Kirche: 34 (davon 34 evangelische)
Rücktritte zur katholischen Kirche: 24

Die Reichstagswahlen vom
im Stadtkreis Gelsenkirchen
5. 3. 1933
Wahlbeteiligung89,1 %
Abgegebene gültige Stimmen insgesamt188.599
NSDAP60.847
SPD22.492
KPD43.339
Zentrum44.591
DNVP (Kampffront Schwarz-weiß-rot)11.344
DVP - Deutsche Volkspartei2.633
Christlich-sozialer Volksdienst2.842
Deutsche Bauernpartei19
Deutsch-Hannoversche Partei19
DDP (Deutsche Staatspartei)473
Andere Parteien0


Erwerbstätigkeit und Altersstruktur der Bevölkerung im Stadtkreis Gelsenkirchen nach der Volkszählung vom 17. 5. 1939
Zahl der Haushaltungen96.953
Ständige Bevölkerung (Wohnbevölkerung ohne die ihre Dienstpflicht ableistenden Angehörigen von Wehrmacht und Reichsarbeitsdienst)317.505
davon männlich156.598
Altersstruktur der Bevölkerung: 
unter 6 Jahre alt10,5 %
6 bis 13 Jahre alt13,7 %
14 bis 64 Jahre alt70,2 %
über 64 Jahre alt5,6 %
Berufszugehörigkeit nach Wirtschaftszweig: 
Landwirtschaft und Forstwirtschaft0,9 %
Industrie und Handwerk64,7 %
Handel und Verkehr10,2 %
Dienstleistungen einschl. öffentlicher Dienst24,2 %
Berufszugehörigkeit nach der Stellung im Beruf: 
Selbstständige5,1 %
Mithelfende Familienangehörige1,2 %
Beamte und Angestellte13,5 %
Arbeiter64,3 %
Sonstige15,9 %
Betriebsfläche der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe: 
0,5 bis unter 5 ha59,2 %
5 bis unter 10 ha13,1 %
10 bis unter 20 ha13,8 %
20 bis unter 100 ha13,4 %
100 ha und mehr0,5 %



Landkreis Gelsenkirchen
(gebildet am 1. 7. 1885 aus Teilen des Landkreises Bochum, aufgelöst am 31. 12. 1925)

Landrat:
1885 - 1891 Dr. Constanz v. Baltz
1891 - 1902 Dr. Wilhem Hammerschmidt
1903 - 1920 Dr. Hermann Alfred zur Nieden
1920 - 1925 Dr. Moll

Einwohner Landkreis Gelsenkirchen:
127.344 (1890), davon 57.755 Evangelische, 68.224 Katholiken, 972 Juden
188.033 (1900), davon 91.703 Evangelische, 94.598 Katholiken
143.399 (1910), davon 64.764 Evangelische, 77.156 Katholiken

Bewegung der Bevölkerung/Kindersterblichkeit
im Landkreis Gelsenkirchen
  1924
Eheschließungen1.152
Geborene einschl. Totgeborene3.849
Gestorbene einschl. Totgeborene1.613
Totgeborene160
Im 1. Lebensjahr Gestorbene344



Quellen:

Hubatsch, Walther: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815 - 1945. Band 8: Westfalen. Marburg/L., 1980.

Kirchliches Handbuch für das katholische Deutschland. Zweiundzwanzigster Band: 1943. Köln, 1943.

Neumanns Orts-Lexikon des Deutschen Reichs. Ein geographisch-statistisches Nachschlagebuch für deutsche Landeskunde. Dritte, neu bearbeitete und vermehrte Auflage von Wilhelm Keil. Leipzig, 1894.

Statistik des Deutschen Reichs. Band 150: Die Volkszählung am 1. Dez. 1900 im Deutschen Reich. Berlin, 1903.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 240: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. 12. 1910. Berlin, 1915.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 336: Die Bewegung der Bevölkerung im Jahre 1924. Berlin, 1928.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 401: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 16. Juni 1925. Heft 1: Die Bevölkerung im Deutschen Reich nach den Ergebnissen der Volkszählung 1925. Teil I: Einführung in die Volkszählung 1925. Tabellenwerk. Berlin, 1928.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 434: Die Wahlen zum Reichstag am 31. Juli und 6. November 1932 und am 5. März 1933 (Sechste bis achte Wahlperiode). Berlin, 1935.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin, 1939.
Teil I: Altreich und Land Österreich.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 451: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 16. Juni 1933. Heft 3: Die Bevölkerung des Deutschen Reichs nach der Religionszugehörigkeit. Berlin, 1936.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 550: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin, 1940.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 552: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 17. Mai 1939.
Heft 3: Die Bevölkerung des Deutschen Reichs nach der Religionszugehörigkeit. Berlin, 1942.
Heft 4: Die Juden und jüdischen Mischlinge im Deutschen Reich. Berlin, 1944.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 559: Ergebnisse der Volks-, Berufs- und landwirtschaftlichen Betriebszählung 1939 in den Gemeinden. Heft 9: Provinz Westfalen, Lippe. Berlin, 1943.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1952.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1961.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1971. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1971.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1981.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1992.


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