Stadtkreis Duisburg-Hamborn
(am 30. 3. 1935 umbenannt in Duisburg)

Zugehörigkeit staatlich:
bis 1945 Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Düsseldorf
1945 britische Besatzungszone
1946 Land Nordrhein-Westfalen
1949 Bundesland Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Düsseldorf
Zuständ. Justiz (1894):
1) Amtsgericht Duisburg, Landgericht Duisburg, Oberlandesgericht Hamm
2) Amtsgericht Ruhrort, Landgericht Duisburg, Oberlandesgericht Hamm
Zuständ. Justiz (1942):
1) Amtsgericht Duisburg, Landgericht Duisburg, Oberlandesgericht Düsseldorf
2) Amtsgericht Duisburg-Hamborn, Landgericht Duisburg, Oberlandesgericht Düsseldorf
3) Amtsgericht Duisburg-Ruhrort, Landgericht Duisburg, Oberlandesgericht Düsseldorf
Zuständ. Finanzamt (1927):
1) Finanzamt Duisburg, Landesfinanzamt Düsseldorf
2) Finanzamt Hamborn, Landesfinanzamt Düsseldorf
Zuständ. Gau 1933-1945: Essen
Zuständ. Militärdienst (1885): VII. Armeekorps
Zugehörigkeit ev. Kirche (1939): Evangelische Kirche der altpreußischen Union, Kirchenprovinz Rheinland
Zugehörigkeit kath. Kirche (1939): Bistum Münster


Stadtbeschreibung nach Neumann 1894:
Stadtkreis, 2 Bahnhöfe an den Linien Duisburg-Hochfeld, Duisburg-Lintorf, Hochfeld-Duisburg (Hauptbahnhof), Deutz-Oberhausen und Duisburg-Oberhausen der Preußischen Staatsbahn, Reichsbanknebenstelle, Duisburg-Ruhrorter Bank, Kreditbank, Landgericht nebst Kammer für Handelssachen, Schwur- und Amtsgericht, Handelskammer, Hauptsteueramt, 4 evangelische und 3 katholische Kirchen, Synagoge, evangelisches Gymnasium, Realgymnasium, Waisenhaus, rheinisch-westfälische Pastoralgehilfenanstalt mit Kranken- und Rettungshaus, Denkmal des Geographen und Kartographen Gerhard Mercator (Kremer, in Duisburg gest. 1594); sehr wichtige Fabriktätigkeit: Eisengießereien, Maschinenfabriken, Eisen-, Messing- und Kupfer-Walzwerke, mechanische Werkstätten, Gussstahlfabriken, Kesselschmiederei, Brückenbauanstalt, Baumwollspinnereien, Baumwollzeugfabriken, 2 Zuckerfabriken, chemische Fabriken (Schwefel, Salpeter, Salzsäure, Soda, Eisenvitriol, schwefelsaure Tonerde etc.), Dampfmahlmühlen, Dampfsägemühlen, Fabriken für Spiegelglas, Margarine, Farben (Ultramarin, Anilin, Berliner Blau), Tabak, Zigarren, feuerfeste Steine, Seife, Lichte, Asphaltpappe, Stärke, Wagen, Seidengaze, Leder, Saiten, Essig etc.; Gerbereien, Drahtweberei, Dampfwaschanstalt, Dampfmälzerei, Marmorschleiferei, Zementwarenfabrik, Eisenbahnwagenbau, Schlachthof, Spinnerei, Weberei, Bierbrauerei, viele Ziegeleien, Schiffswerften, sehr großer Flusshafen; sehr lebhafter Handel mit Steinkohlen, Kolonialwaren, Eisen, Holz, Wein etc.; Die meisten größeren Fabriken liegen östlich am Bahnhof (Neudorf) und ganz besonders südwestlich am Kanal und bis zum Rhein bei Hochfeld. Pferdebahn, Dampfstraßenbahn nach Mülheim, Telephonverbindung. Wohnplätze mit besonderem Namen sind: Hochfeld am Rhein (südwestlich, dabei viele Fabriken, z. B. Niederrheinische Hütte, Johanneshütte etc.), Neudorf am Bahnhof, Wanheimerort; Neuenkamp (westlich), Düssern (nordöstlich, unweit der Ruhr). Geschichte: Duisburg war um 1145 schon Reichsstadt, gehörte zur Hanse, kam 1290 an Kleve, lag im Mittelalter am Rhein, führte 1568 die Reformation ein, hatte als Festung in den Kriegen von 16. - 18. Jahrhundert viel zu leiden und besaß von 1655 bis 1802 eine Universität.

Besonderheiten nach dem Ortsbuch 1927:
Amtsgericht, Landgericht, Eisenbahnbetriebsamt 1, 2 und 3, Verkehrsamt, Reichsbankstelle, Schupo, Gymnasium, Realgymnasium, Oberrealschule, Lyzeum, Hauptzollamt, Zollamt Duisburg-Parallelhafen.

Einwohner Stadt bzw. Stadtkreis Duisburg
  41.242 (1880)
  47.519 (1885)
  59.285 (1890), davon   27.248 Evangelische,   31.212 Katholiken, 474 Juden
  92.730 (1900), davon   40.309 Evangelische,   51.007 Katholiken
229.483 (1910), davon 104.116 Evangelische, 121.946 Katholiken
272.798 (1925), davon 124.547 Evangelische, 136.332 Katholiken,    505 sonstige Christen, 2.080 Juden
440.419 (1933), davon 187.892 Evangelische, 227.668 Katholiken,    137 sonstige Christen, 2.560 Juden
433.530 (1939), davon 166.783 Evangelische, 216.757 Katholiken, 5.303 sonstige Christen,    803 Juden
410.783 (1950)
501.800 (1960), davon 74.700 Vertriebene
457.900 (1969)
558.700 (1980)
534.800 (1990)

Einwohner Stadt bzw. Stadtkreis Hamborn:
101.703 (1910), davon 28.906 Evangelische, 71.832 Katholiken
126.618 (1925), davon 47.018 Evangelische, 73.008 Katholiken, 322 sonstige Christen, 818 Juden


Die Reichstagswahlen vom
im Stadtkreis Duisburg-Hamborn
5. 3. 1933
Wahlbeteiligung89,5 %
Abgegebene gültige Stimmen insgesamt253.089
NSDAP85.488
SPD30.998
KPD54.000
Zentrum54.721
DNVP (Kampffront Schwarz-weiß-rot)21.716
DVP - Deutsche Volkspartei2.876
Christlich-sozialer Volksdienst2.651
Deutsche Bauernpartei64
Deutsch-Hannoversche Partei-
DDP (Deutsche Staatspartei)575
Andere Parteien-



Kreis Ruhrort:
(Aufgelöst vor 1910)

Einwohner Landkreis Ruhrort:
  80.145 (1890), davon 44.044 Evangelische, 35.386 Katholiken, 469 Juden
146.146 (1900), davon 68.882 Evangelische, 76.014 Katholiken

Barmingholten, Bauerschaft:
(1894 Amtsgericht Dinslaken, Post Duisburg)
566 Einwohner (1885)

Ruhrort, Stadt:
(1894 Kreis, Amtsgericht und Post Ruhrort;
Besonderheiten 1894: 2 Bahnhöfe der Linien Ruhrort-Wanne, Oberhausen-Ruhrort, Gladbach-Ruhrort und Ruhrort-Holzwicked der Preußischen Staatsbahn, Reichsbanknebenstelle, Vorschussverein, Amtsgericht, Hauptsteueramt, evangelische und katholische Pfarrkirche, Synagoge, Realgymnasium, Rheinfähre, Schiffbau; Fabriken für Maschinen, Ultramarin, Lampen etc.; Kesselschmiederei; Seiler-, Blech- und Eisenwaren, Gerberei, Färberei, größter Flusshafen im Deutschen Reich (Ruhrorter Kanal zur Ruhr), bedeutender Handel mit Steinkohlen (Abfuhr zu Wasser rheinauf- und rheinabwärts), Roheisen, Eisenwaren, Zigarren, Holz, Kolonialwaren etc. Geschichte: Ruhrort gehörte vormals zu Kleve und erhielt 1587 Stadtrechte)
11.099 Einwohner (1890), davon 5.537 Evangelische, 5.344 Katholiken, 176 Juden


Quellen:

Neumanns Orts-Lexikon des Deutschen Reichs. Ein geographisch-statistisches Nachschlagebuch für deutsche Landeskunde. Dritte, neu bearbeitete und vermehrte Auflage von Wilhelm Keil. Leipzig, 1894.

Das Ortsbuch für das Deutsche Reich. Herausgegeben in Verbindung mit der Deutschen Reichsbahn und Deutschen Reichspost. Berlin, 1927.

Statistik des Deutschen Reichs. Alte Folge, Band 57: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. Dez. 1880. Berlin, 1883.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 150: Die Volkszählung am 1. Dez. 1900 im Deutschen Reich. Berlin, 1903.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 240: Die Volkszählung im Deutschen Reich am 1. 12. 1910. Berlin, 1915.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 401: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 16. Juni 1925. Heft 1: Die Bevölkerung im Deutschen Reich nach den Ergebnissen der Volkszählung 1925. Teil I: Einführung in die Volkszählung 1925. Tabellenwerk. Berlin, 1928.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 434: Die Wahlen zum Reichstag am 31. Juli und 6. November 1932 und am 5. März 1933 (Sechste bis achte Wahlperiode). Berlin, 1935.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin, 1939.
Teil I: Altreich und Land Österreich.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 451: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 16. Juni 1933. Heft 3: Die Bevölkerung des Deutschen Reichs nach der Religionszugehörigkeit. Berlin, 1936.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 550: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin, 1940.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 552: Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 17. Mai 1939.
Heft 3: Die Bevölkerung des Deutschen Reichs nach der Religionszugehörigkeit. Berlin, 1942.
Heft 4: Die Juden und jüdischen Mischlinge im Deutschen Reich. Berlin, 1944.
Statistik des Deutschen Reichs. Band 559: Ergebnisse der Volks-, Berufs- und landwirtschaftlichen Betriebszählung 1939 in den Gemeinden. Heft 10: Rheinprovinz, Saarland. Berlin, 1943.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1952.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1961.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1971. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1971.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1981.

Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992. Herausgegeben vom Statistischen Bundesamt. Wiesbaden, 1992.


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